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Wie viel Kontrolle benötigt Projektunterricht?

10. Jahrgang: Meine Schülerinnen und Schüler (SuS), sind in Projektgruppen eingeteilt zu Themen rund um die Energieversorgung. Das sind spannende Themen wie: „Lohnen sich  Windkraftanlagen in Langen?“, „Ist in Langen Energiesparen im Haushalt möglich?“ und so weiter.

Ich habe meinen SuS erlaubt, sich während der Doppelstunde Physik sowohl im Physikraum als auch in einem Computerraum aufzuhalten (ist in der 10. Klasse möglich, das Verhalten ist wirklich gut). Nun, was ich nachträglich beobachte: Müßiggang und viel private Quatscherei. Klar, einige Gruppen arbeiten, auch die ersten 20 Minuten waren bei fast allen Gruppen in Ordnung. Aber: die Motivation sinkt danach rapide, die Zeiteinteilung der Gruppen geht gegen Null.

Meine Alternative: alle SuS wieder in einen Raum stopfen (und damit wenig Platz zum Arbeiten haben), Drohungen & Appelle vom Stapel lassen. Auf verfügbare Computer müssen wir dann verzichten. Ach, ich dachte es geht anders, aber scheinbar nicht.

Wo ist das richtige Maß an Kontrolle? Wie kann ich „freiere Phasen“ in meinem Unterricht einbauen, wo SuS wirklich eigenständig arbeiten können? Es scheint immer wieder zu scheitern. Ich möchte betonen: fast alle finden diese Art Unterricht gut, die Mehrheit möchte „eigentlich“. Aber in der Umsetzung hapert es.

Mein vorläufiges Fazit ist: ich als Lehrer muss das richtige Maß an Kontrolle für die SuS finden. Ich lerne daraus, das  ich den Gruppen nicht zu viel Freiheit geben darf. Freies Arbeiten ohne äußere Kontrolle muss sich wohl „verdient“ werden. Erst wenn eine Gruppe erste Arbeitsergebnisse vorweisen können, dürfen sie z. B. außerhalb des „kontrollierten“ Raums arbeiten.

Bildquelle.

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  1. Hallo Martin,

    also hast Du schon so etwas wie ein Belohnungssystem installiert. Du schreibst ja auch: „das Verhalten ist wirklich gut“, sodass Du ihnen auch mal freies Arbeiten genehmigen kannst. Also sind sie grundsätzlich in der Lage, diszipliniert zu arbeiten. Wie wäre es, die Zeiträume so knapp zu bemessen, dass sie konzentriert arbeiten müssen, um die von Dir gesetzten Ziele zu erreichen? Ansonsten einen Bonus für zügiges Arbeiten in Aussicht stellen, etwas wofür es sich lohnt, fertig zu werden. Du kennst sie ja am besten. Vielleicht spornt ein Werksbesuch (Windkraftanlage) an, den Du dann mit einer kleinen Gruppe durchführst? Boni können auch gesammelt werden und dann in die mündliche Note einfließen oder so. Was meinst Du?

    Grüße – Irene

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    16. Mai 2010
  2. martinkurz #

    Hach, wie nett, ein Kommentar 🙂

    Hi Irene,
    du hast recht: ich sehe ja selbst, dass ich da die extrinsische Motivation (Boni, Noten, räumliche Kontrolle) korrigieren muss. Anderes geht es wohl nicht. Schade ist halt immer nur, dass auch bei einer relativ disziplinierten Klasse diese Dinge dennoch nötig sind. Aber der Begriff „Bonus“ ist gar nicht schlecht, den greife ich gerne auf.

    Beim Schreiben ist mir am Ende ja auch die Lösung gekommen – ein guter Grund für dieses Weblog. Am wichtigsten ist es in dieser konkreten Klasse eine räumliche Aufteilung zunächst sich verdienen zu lassen. Das ist mir jetzt klar geworden.

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    16. Mai 2010

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