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Verlangsamte „konsequente“ Reaktion

Ich hatte heute Nachmittag Physikunterricht in der 7. Jahrgangsstufe. Eigentlich liebe Kinder, aber zappelig.  Gut, nach ein paar üblichen Beruhigungen und ein paar deutlichen Ermahnungen („Gelbe Karte“, überdeutlich vor die Nase gehalten),  lief es.

Dann aber, am Ende des Unterrichts: ein Schüler schwätzte und schwätzte. Im Grunde schon die ganze Zeit. Mir ist der Kragen geplatzt, ich habe ihn für ein paar Minuten vor die Tür gesetzt, dann war alles wieder in Butter. Er war einsichtig, hat dann die wenigen Minuten auch mitgearbeitet.

Was mir dabei auffiel: Ich habe lange gewartet, bis ich meine „Konsequenz“ in die Tat umsetzte. Hätte ich  früher reagiert wäre es wahrscheinlich besser für den Schüler, die Klasse und mich gewesen. Im nach hinein wundert es mich, dass ich so lange dafür brauche.

Ich schätze mich dabei weder zu locker noch zu streng ein. Eigentlich ganz normal (- aber wer weiß schon, wie man wirklich ist). Warum ziehe ich die Konsequenzen so langsam? Ich weiß es nicht wirklich.

In einem Punkt kenne ich mein Zögern: ich will nicht überreagieren. Aber genau dann, wenn ich es zu lange zurück halte, ist die Gefahr des Überreagierens größer. Ich merke mir: sei schneller (angemessen) konsequent. Das ist nicht einfach, aber nötig.

Bildquelle.

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  1. juergen #

    Überreagieren gibt es eigentlich nicht. Es muss ehrlich und aus Dir rüberkommen. Dann ist es glaubhaft und wirkt. Wartest Du zu lange und überlegst zu viel, wirkt es aufgesetzt und unglaubhaft. Deine Betroffenheit müssen die Schüler spüren. Du bist verletzt worden, deswegen reagierst Du so.

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    2. Juni 2010
  2. Rene #

    Deine Vermutung:
    „Hätte ich früher reagiert wäre es wahrscheinlich besser für den Schüler, die Klasse und mich gewesen.“ kann ich aus der Praxis nur bestätigen.

    Sowohl bei den von mir unterrichteten Jugendlichen als auch in den Kursen mit Erwachsenen gelte ich als super streng und „harter Hund“. Sehr schnell, aber gerecht und transparent in der Regelanwendung, handele ich sofort bei Störungen im Unterrichtsablauf und setze die Personen umgehend vor die Tür (und beim nächsten Mal folgt die Abmahnung und der Kursausschluss). Das Erstaunliche und fast schon paradox anmutende dabei ist, dass die im Rahmen des QM-Systems anonym durchgeführten Dozentenbeurteilungen fast ausnahmslos beste Noten (auch bei den Mermalen „Verhalten“ und Auftreten“) für mich bereithalten. Mein Fazit: Schnelles, transparentes und gerechtes Handeln hilft allen Beteiligten. Im Übrigen habe ich auch gar keine Lust dazu, mich in diesen „Fällen“ nerven zu lassen.

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    22. Juni 2010

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