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Nachlese MoodleMoot 2011 – Alte Erkenntnisse neu entdeckt

Die MoodleMoot 2011 in Elmshorn war fantastisch! Die große deutsche Moodlekonferenz streut wichtige Impulse und Informationen rund um die Lernplattform Moodle. Ganz zu schweigen von den vielen Möglichkeiten sich mit anderen Pädagogen  und Erziehungswissenschaftlern zu vernetzen.

Mein Kollege Uwe Klemm hat schon einen ersten sehr interessanten Blogeintrag dazu verfasst. Mein persönliches Fazit: die MoodleMoot 2011 erinnert mich an ein paar grundlegende Wahrheiten, die so einfach und wenig originell dennoch so wichtig sind. Ich glaube für mich ist eine Zeit gekommen, in der ich nicht neue Erkenntnisse entdecken sollte, sondern die alten zunächst umsetzen muss. Dazu aber gleich mehr.

Thorsten Groß und ich haben unser eigenes Schulungskonzept Moodle-hoch-12 vorgestellt – die Reaktionen waren rundherum positiv. Wir beide sind gespannt wie groß die Annahme unserer Videoschulung sein wird.

Aus dem Grund habe ich selbst leider nicht so viele andere Workshops besucht. Zunächst hier die drei mir wichtigsten generellen Gedanken:

  • Durch die Keynote von Steve Wheeler bin ich „wach gerüttelt“ worden doch gefälligst wieder das Augenmerk auf „open content“ auf freie Inhalte zu legen. Wie kurzsichtig (auch wenn im stressigen Alltag verständlich) ist es von mir gedacht auf die Offenheit meiner Moodle-Kurse nicht Wert zu legen. Ganz klar ist es sehr mühsam eigene Inhalte zu erstellen bzw. auf eine passende (freie) Lizenz von Inhalten anderer Autoren zu achten. Aber es lohnt sich. Dieser Gedanke ist mir ja nicht neu, aber es gilt ihn auch wirklich umzusetzen.
  • Vernetze dich! Gemeint sind insbesondere die Pädagogen, die die neuen Medien in ihrem eigenen Umfeld, in ihrer Schule oder Hochschule vorantreiben. Thorsten und ich sind ganz neu in den gemeinnützigen Verein MoodleSchule e. V. eingetreten. Ich bin immer wieder verwundert, wie viele „von uns“ an der gleichen Front „kämpfen“: die eigenen Kollegen in die Nutzung neuer Medien, konkret Moodle, einzuweisen. Auf jeden Fall werde ich weiter versuchen über den Tellerrand hinaus zuschauen, wahrzunehmen, was andere engagierte Kollegen so tun. Es lohnt sich. Auch dies überhaupt keine neue Erkenntnis, aber wichtiger denn je.
  • Moodle ist einfach – das Drumherum nicht. Oder anders gesagt: es kommt gar nicht so sehr auf das neue Medium an, sondern auf ganz andere Dinge. Wissen wir doch. Leider, möchte ich sagen. Der Lernerfolg hängt nicht vom Medium ab. Durch die Keynote von Max Woodtli ist auch dies ganz deutlich geworden. Auch sein Workshop „Chez Max“ zeigte mit das wieder auf. Ein Schritt ist mir dabei ins Auge gefallen: Nachdem die Ziele, die Bedingungen zur Qualifikation (Note, Schein, etc). und die Rahmenbedingungen eines digitalen „Lernsettings“ klar benannt und kommuniziert worden sind, bietet es sich insbesondere bei freiwilligen Veranstaltungen (etwa Lehrerfortildung) an ein sogenanntes „Commitment“ zu formulieren. Mit dieser Verpflichtungserklärung werden die Erwartungen von Seiten der Fortbildner und der Teilnehmer klarer abgesteckt. Dies wäre für Thorstens und meine Videoschulung ganz sinnvoll.

Natürlich gab es noch anderes rund um Moodle ganz konkret zu entdecken. Vieles ist sehr speziell, aber doch wichtig. Manche Entdeckungen habe ich auf der Moodlemoot gemacht. Meine neueste Entdeckunb bezieht sich auf die Benutzung des Fragetyps „Berechnet“ (engl. calculated). Bis zur Moodleversion 1.9 können in Tests (engl. quiz) „berechnete Fragen“ benutzt werden, die mit Variablen erstellt werden. Ein Datensatz von möglichen Zahlen wird dabei definiert. Diese Zahlen werden dann, wie in einem Serienbrief, in der Ausgabe gemischt, so dass jeder Testteilnehmer unterschiedliche Zahlenwerte empfängt. Ab der Version 2 können jetzt die „Zufallszahlen“ (die nicht wirklich zufällig sind) so verwendet werden, dass quer durch den Test die gleichen Zahlen verwendet werden. Dies bedeutet, dass in Mathematikaufgaben nicht nur Endergebnisse, sondern auch Zwischenergebnisse bzw. vielfältige Fragestellungen möglich sind. Näheres zu dieser Verwendung ist in der englischsprachigen  Dokumentation im letzten Absatz „Syncronisation“ erläutert.

So weit meine persönliche Nachlese – Ergänzungen und Kommentare sind dabei sehr willkommen!

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  1. Hallo Martin,

    Danke für das Post. Ich war auch total begeistert von diesem Moot… 🙂

    Da es mein Job ist, aber auch da ich bin von der Qualität des Tools überzeugt bin, muss ich zu den Mathe Aspekten sagen: Mit WIRIS quizzes kann man wirklich zufällige Variabel in Moodle Quiz einbauen und das ganze mit einem großen Gewinn an andere Fähigkeiten, Syntax-Überprüfung der Antwort und Formeleditor für Fragestellung und für Antworteingabe am wichtigsten.

    Alles Gute mit deinem weiteren Moodle-Arbeit, mit WIRIS oder ohne 🙂

    Herzliche Grüße,

    Carles

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    18. April 2011
  2. Hallo Martin,

    ich freue mich von Dir zu hören und dann auch noch zum Thema moodle. Danke für den interessanten Beitrag, der einen Einblick in MoodleMoot erlaubt. Ja, moodle ist wirklich ein umfassendes Thema und immer gibt es Neues zu entdecken, selbst wenn man dieses tool schon einige Jahre nutzt. Euer Schulungskonzept-moodle-hoch-12 muss ich mir erst noch genauer anschauen, Glückwunsch dazu!

    Beste Grüße – Irene

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    19. April 2011
  3. martinkurz #

    Hallo Irene,
    auch schön von dir zu hören 🙂 Ich lese übrigens auch immer wieder in deinem Weblog.

    Die Schulung Moodle-hoch-12 wird gerade von uns weiter verbessert – gerade eben habe ich z. B. den Kurs wieder aktualisiert, auch im gezippten Kursdownload. Bin gespannt, was du davon so hältst.

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    20. April 2011

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