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Facebook-Gruppen für den Unterricht – Update

http://www.flickr.com/photos/massimobarbieri/3185202042/

Eine meiner erfolgreichsten Artikel ist mein Erfahrungsbericht über Facebook-Gruppen für den Unterricht.  Neben einer großen Zahl von Zugriffen und Kommentaren (danke), halte ich dadurch auf der Medienbildungsmesse 2011 in Frankfurt einen Vortrag darüber.

Teil des Vortrags – und hier als Update – ist eine vorsichtige, erste Bewertung meines „Projektes“ Facebook-Gruppen für den Unterricht.

Das Prezi zu meinem Vortrag ist allgemein abrufbar und verwendbar (siehe Creative Common Lizenz).

Insgesamt ist meine Bilanz (vorsichtig) positiv. Auf der Ebene der Erziehung zum richtigen Umgang mit „Social Media“ ist ein Kontakt bzw. eine Einmischung seitens von Schule bzw. Lehrkräften richtig. Die richtige Positionierung der eigenen Person, die Rolle als Lehrer/in ist zu bestimmen und zu reflektieren. Es ist wichtig bei den ersten Schritten darüber nachzudenken und sich einige Grundprinzipien aufzustellen und diese zu kommunizieren. Eine direkte Beschäftigung mit den Facebook-Grundsätzen, den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzrichtlinien ist sehr wichtig.

FB-Gruppen für den Unterricht einzusetzen holt die SuS dort ab, wo sie sind. Dies ist ein entscheidender Vorteil und dadurch ist das ganze Projekt ein Selbstläufer und mit relativ wenig Arbeitsaufwand verbunden. Dies rechtfertigt auch, dass der pädagogische Nutzen mit dem Schlagwort „kleine Brötchen“ beschrieben werden kann.

Ein Resümee, dass ich dachte ganz sicher nicht zu ziehen ist, dass FB recht effizient mit der Zeit für die Schüler-Lehrer-Kommunikation ist. Ich hätte es eher als Zeitfresser gesehen, dem ist aber nicht so. Dies hängt natürlich stark mit der eigenen individuellen Strategie im Umgang mit Computer und Computernetzen zusammen. Dennoch empfinde ich die Kommunikation in FB als Entlastung, nicht als Belastung.

FB-Gruppen für den eigenen Unterricht ist ein erster kleiner Schritt in die Richtung des „informellen Lernens“. Es gibt dabei Chancen für die SuS wie Lehrer/innen zu einer produktiven Kommunikation. Gleichzeitig findet dabei eingewünschter Aufbau an Medienkompetenz und Medienerziehung statt.

FB-Gruppen für den Unterricht ist ein erster pragmatischer Schritt in eine Umgangsform, die zukünftig stärker vorherrschen und sich sicherlich noch verändern wird. Ich bin gespannt .

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  1. Ich habe mir Deine Präsentation auf Prezi angesehen – zunächst einmal Respekt für die Art der Darstellung – schön gemacht, endlich mal wieder eine Alternative zu „ein Slide fliegt von oben/unten/rechts/links“ ein.

    Nun aber zur Sache 😉
    Obwohl ich durchaus als medienaffiner, laptop-, ipad- iphone- und synthesizerbewehrter Lehrer bekannt sein dürfte, habe ich so ein bisschen Bauchschmerzen, wenn es um die Verwendung der sozialen Netzwerke im Unterricht geht. Bauchschmerzen und Bauchgefühle sind natürlich oft schwer fass- oder begründbar, ich versuche daher einfach mal, meine Fragen zu formulieren – vielleicht kann ich hier in den Kommentaren ja Antworten bekommen?

    Auf jedes Pferd aufspringen:
    Müssen wir Lehrer wirklich auf jedes mediale Pferd aufspringen, das es da draußen gibt und es direkt in unseren Unterricht einbinden? Kaum hat Google G+ gestartet, versuchen die ersten von uns, das in den Unterricht einzubinden. Haben wir es da nicht vielleicht mit Ein- oder Mehrtagsfliegen zu tun? Was verbessert sich am Unterricht, wenn wir FB einsetzen? Was kann ich mit FB tun, dass ich ohne es nicht auch tun könnte? Möchte ich vielleicht einfach nur auf diesem neuen Pferd sitzen, weil es „neu“ ist?

    Den Schülern lassen, was den Schülern ist:
    Ich finde, FB soll ein Medium sein, dass die Schüler im Privatbereich nutzen. Da sollen sie chatten und spielen und sich anstupsen und, und, und. Wer gibt uns das Recht, alles, was SuS in ihrer Freizeit machen, auch gleich im Unterricht zu verbraten? (Beispiel aus meinem Musikunterricht: Ich versuche zu vermeiden, Musik der SuS im Unterricht konkret zu thematisieren – aus musikwissenschftlicher Sicht (und die sollte ich spätestens in der Sek II einnehmen) kann das fast immer nur in Dekonstruktion der Musik enden – aber die Musik der Schüler hat einen ganz gewissen Wert, eine Bedeutung für sie als heranwachsende Teenies, die wichtig ist, etwas, das nicht in den Unterricht GEHÖRT. Ähnlich sehe ich das mit FB und Co.)

    Gegengewicht sein:
    Anknüpfend an das bereits gesagte: Ich finde, Schule hat das Recht, Gegengewicht zu sein, Alternativen zum gesellschaftlich gegebenen zu zeigen. Ich bin großer Synthesizerfreund und habe Spaß, am Rechner zu arbeiten. In der Schule setze ich das ein – aber ich trommle auch ganz bewusst auf ECHTEN Trommeln, weil ich den SuS zeigen will, dass es neben iPad und iPhone und Drumpads auch noch das echte, frisch rasierte, leicht raue und stoppelige Trommelfell gibt. Wie wäre es, wenn wir in der Schule die E-Mail (die ist gegeben, keine Eintagsfliege und auch beruflich höchstrelevant) nutzen, ansonsten aber sagen: Du willst mit mir reden? Komm vorbei!

    Werbung:
    FB und G+ und Co sind werbefinanzierte Dienste. Ohne zu tricksen kommt man nicht umhin, rechts immer irgendwelche Werbebanner zu haben – sollte man als Schule nicht versuchen, zumindest bei uns die kommerzielle Werbung draußen zu lassen, wenn wir können?

    Datensammelei:
    FB und G+ haben genau ein Ziel: Daten sammeln. Soll ich meine SuS (einige bei uns sind nach wie vor NICHT bei FB) dazu zwingen, in so ein Datensammelnetzwerk einzusteigen? Und wenn ich sie nicht zwinge: Habe ich dann nicht doppelte Arbeit, weil ich einmal die erreichen muss, die im FB sind und einmal die, die es nicht sind? Wenn ich im Schuljahr 150 SuS unterrichte – soll ich dann 150 Datensätze plus unendlich viele Verknüpfungen und Verdrahtungen in das Datennetzwerk von FB und G+ einspeisen? In ein System, aus dem es sehr schwer ist, seine Daten wieder zu entfernen (Ich selbst habe mich bei FB abgemeldet, echtes Löschen scheint eher nicht vorgesehen zu sein – ob meine Daten da noch drin sind – ICH weiß das nicht). Wäre es nicht vielleicht eine Alternative, Kommunikation über ein schuleigenes Moodle oder Ähnliches laufen zu lassen? Da habe ich als Schule die Kontrolle über die Daten und nicht ein amerikanisches Unternehmen.

    Wie gesagt – ich bin durchaus medienaffin und netzinteressiert und technikfreudig und immer auf der Suche nach neuen Ideen für den Unterricht. Aber ich habe so ein Gefühl, dass Facebook und Google+ und Mein/Dein/Unser/Euer-VZ irgendwie nichts in der Schule verloren haben. Bin ich da völlig falsch gewickelt?

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    20. September 2011
  2. Hm,
    sehr schöne Präsentation. Und inhaltlich gut nachvollziehbar. Jedenfalls so sehr, dass ich meine naive Art an FB und Schule und Schüler heranzugehen grad ein wenig überdenke. Bin bisher „da“ immer so reingegangen, hab mal geschaut und dann später reflektiert. Eben auch in FB.
    Die Bedenken, die Sebastian hier vorträgt kann ich aber nur zu einem kleinen Teil mittragen.
    Ich glaube, dass FB und Co nichts mit technikaffinen Menschen zu tun hat – also der Schluss, dass jemand mit mehreren mobilen Geräten gleichzeitig ein Social-Community-Nerd sein muss.

    (FB im Folgenden

    „Auf jedes Pferd aufspringen“?
    Sicher muss man es nicht, aber es spricht ja auf der anderen Seite nichts dagegen, die Wirklichkeit der Schüler im Unterricht zu spiegeln.
    Du fragst, was besser läuft im Unterricht, wenn man diese Tools nutzt – ich meine, das ist der falsche Ansatz, denn es soll ja nicht darum gehen, mit FB Unterrichtsinhalte nur einfach besser rüberzubringen.
    Gehe ich dabei von meinem Deutschunterricht aus, z.B., dann nutze ich das Lesen von Geschichten auch, um zur Identitätsbildung meiner Schüler beizutragen. Dies aber ist eben auch möglich über FB und andere soziale Medien, in denen eben Identität auch gefunden und/oder dargestellt wird und das auch in Geschichten, die man medial darstellt. Es geht hier nicht um besser, sondern um Alternativen.

    Gegengewicht?
    Ich bin es müde, das Gegengewicht für irgendwas zu sein. Das Abendland geht auch so unter.
    Ernsthaft: an deinem Beispiel dasselbe wie eben: Alternativen bieten, nicht entweder/oder.

    Den Schülern FB lassen
    Es gehört nicht den Schülern – es gehört auch mir.

    Werbung und Datensammeln
    Ich zwinge keinen Schüler in FB – das dürfte klar sein. Aber es sind viele drin. Und die Gefahren, die damit verbunden sind, kann ich nicht „bekämpfen“, indem ich es und mich raushalte. Aber mein Blick auf FB darf nicht nur begleitet sein von dem starren Blick auf die Gefahren, sondern muss auch die Möglichkeiten betrachten.

    Nichts anderes macht Martin oben ja. Irgendwo in seiner Präsentation taucht ja dieses Bild der Schaukel auf, bei der auf der einen Seite „Vertrauen“ und auf der anderen Seite „Vernetzung“ gegeneinander abgewogen wird. Dies dürfte ein Ziel der Medienerziehung sein – nicht das „böse Facebook“. Nichts anderes tun wir ja auch, wenn wir unsere Blogs pflegen: uns selbst darstellen, ohne uns zu entblößen (und hoffentlich auch zu entblöden).

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    20. September 2011
  3. Sorry, es soll heißen „mit FB sind alle Tools und Communities gemeint“.

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    20. September 2011
  4. Da docke ich direkt noch einmal an, denn Du sagst:

    „..denn es soll ja nicht darum gehen, mit FB Unterrichtsinhalte nur einfach besser rüberzubringen.“

    Ja, doch. Also, ich HOFFE doch, dass es darum geht. Zumindest verstehe ich Unterricht (bzw. Planung desselben) so, dass wir uns fragen:

    – Was will ich vermitteln?
    – Welchen Weg schlage ich ein, um das zu tun?
    – Was sind die besten(!) Mittel/Tools, das zu erreichen.

    Von daher würde ich mir sehr wünschen, FB dann im Unterricht einzusetzen, wenn ich damit etwas erreichen kann, dass ich ohne nicht oder nur sehr schwer erreiche.

    Beispiel aus der Musik:
    Natürlich kann ich die SuS Noten mit Papier und Stift setzen lassen – nutze ich aber eine Notenschreibsoftware, setze ich die Hemmschwelle herunter, denn da kann man leichter Fehler korrigieren, ausserdem HÖRE ich SOFORT, was ich schreibe – im Gegensatz zur Papierversion, da muss ich immer eine Verbindung von GESCHRIEBENEM zum Instrument aufbauen. Das Tool „Notenschreibsoftware“ bietet mir hier also Möglichkeiten, die ich ohne nicht hätte.

    Wo ist dieser Mehrwert bei FB?

    (Wie gesagt, ich will ja gerne was dazu lernen – vielleicht sehe ich’s bloß nicht?)

    Liebe Grüße,
    Sebastian

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    21. September 2011
  5. Martin Kurz #

    Lieber Sebastian,

    erst einmal: lieben Dank, dass du hier so offen und ehrlich Stellung nimmst. Das finde ich klasse und darauf habe ich immer gehofft. Mein Respekt.

    Zur Sache und ganz offen: FB ist eine von vielen Möglichkeiten „informelles Lernen“ zu ermöglichen. Es ist keine Lernplattform und kein Ersatz für solch eine. Für wirklich substanzielles Online-Lernen wähle ich da andere Mittel, meistens die Lernplattform Moodle. Dort können z. B. Schüler Musikstücke individueller als im Klassenunterricht anhören, etc. FB ersetzt kein Lernprogramm, -spiel oder sonstige Web 2.0 Tools.

    Der Ansatz ist ein ganz anderer: FB ist ein virtueller Lebensraum. Dort wird meist kommuniziert, Gefühle geäußert, Beziehungen gepflegt, Meinungen und Haltungen gebildet bzw. ausgedrückt.

    Die Frage ist: wollen wir, wir bedeutet Schule, diesen pädagogisch prägen? Ich meine ja. Erstens, wie Thomas (tommdidomm) sagte gehört FB nicht den Schülern – es ist ein Netzwerk aller Generationen. Und es passt mir nicht, dass Schule einfach sagt: ach, wir verzichten auf Soziale Netzwerke, bringt ja nichts. Das hat man früher über das Medium E-Mail bzw. dem Internet allgemein auch gesagt.

    Ein geschicktes Initiieren von z. B. Facebook-Gruppen für den eigenen Fachunterricht kann sehr viel erreichen: Ein Sprungbrett für wichtige Links, Möglichkeiten sich über den Lernstoff auszutauschen, Erinnerung für Hausaufgaben und organisatorische Dinge. Tipps, Hilfestellungen, digitale Tafelbilder (wenn vorhanden), Zusammenfassungen. Dann die Möglichkeit auch Meinungen zu äußern, ja, auch sich mal „auszukotzen“, Stimmungen zu erfassen. Es ist möglich Streit zu schlichten, Mißverständnisse zu klären, sich zu versöhnen.

    All das habe ich erlebt, auch wenn ich insgesamt sagen kann: es sind nur kleine Dinge. Das eigentliche Lernen findet woanders statt. Aber eine FB-Gruppe „begleitet“ sehr konstruktiv den Unterricht. Ich kann auch sagen, es ist ein bequemes Unterrichts- oder Klassenforum.

    Zielgerichtete Methoden sind auf anderen Plattformen wesentlich besser aufgehoben – da stimme ich dir zu. Aber, ich kann mich nur wiederholen: ich will FB pädagogisch füllen und prägen. Meine pädagischen Erfolge mit FB sind zwar nicht riesig aber positiv. Und das schöne in der Praxis: richtig strukturiert sind meine FB-Aktivitäten kein Zeitfresser. Das mag man glauben oder nicht.

    So weit erst mal, LG Martin

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    21. September 2011
  6. Spannendes Thema, ich greife mal 2 Punkte raus.

    Die hier angesprochene Werbung und Datensammelei sehe ich auch für den Schulkontext als sehr kritisch an. Im Workshop der Medienbildungsmesse konnten wir kurz auf die Problematik eingehen: Meiner Meinung nach wäre es ideal, die Infrastruktur der sozialen Netze selbst (Schule, Kommune, Land o. Bund oder ganz eigene Eigenentwicklung) bereitstellen zu können. Dadurch könnte man Werbung nicht stattfinden lassen (oder eben die Plätze selbst vermarkten 😉 ) und die Datenhoheit wahren. Vielleicht verschmelzen auch die Lernplattformen mit Funktionalitäten solcher Netzwerke und man hätte alles unter einem Dach.

    Soziale Netzwerke als Schülerrefugium zu behandeln, finde ich nicht angebracht. Im Kontext Cybermobbing zum Beispiel sehe ich eine Abwesenheit von Verhaltensvorbildern in sozialen Netzen.
    Ich freue mich über Lehrer, die mit der Technik experimentieren und dabei auf einem didaktischen Wunschzustand hinarbeiten 🙂

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    24. September 2011
  7. Sebastian #

    Ich bin da ganz bei Gregory. Ich will nicht sagen, dass es verkehrt ist, die Strukturen eines Social Networks für den Unterricht zu nutzen. Ganz im Gegenteil! Alle von Dir, Martin, aufgelisteten Vorteile sehe ich auch. Aber ich habe Bauchgrummeln dabei, ein extern gehostetes

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    24. September 2011
  8. Sebastian #

    , auf Werbeeinnahmen spezialisiertes, kommerzielles Produkt dafür zu nutzen. Ein Schul-Social-Net auf dem Server der Schule – DAS wäre aus meiner Sicht eine feine Sache.

    (sorry für den Doppelkommentar – kurzer Ruckler im Zug, schon vertippt auf dem iPhone)

    Liebe Grüße,
    Sebastian

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    24. September 2011
  9. Martin Kurz #

    Lieber Gregory, lieber Sebastian,

    wir sind d’accord! Der von euch vorgeschlagene Weg ist der beste. Wenn Strukturen innerhalb einer Schulgemeinschaft (auch als Netzwerk von Schulen von mir aus) greifen, die nicht auf ein kommerzielles Produkt beruhen, dann wäre ich zufrieden. Auch ich habe da „Bauchgrummeln“, nur im Moment überwinde ich diese und agiere eher pragmatisch. Ich weigere mich, Gregory hat es so schön ausgedrückt, FB als Schülerrefugium aufzugeben. Dafür habe ich zu viel dort schon mitbekommen. Und meine Anwesenheit ist doch eher, im pädagogischen und erzieherischen Blickwinkel, positiv. Das bewerten in diesem Sinne sogar fast alle Schüler.

    Aber, geben wir mal „Butter bei die Fische“: Es gibt sehr wohl Möglichkeiten, die FB obsolet machen könnten. Ich habe für meine Schule das soziale Netzwerk Mahara (siehe http://http://mahara.org/ ) auf einem Server installieren lassen (bzw. habe ich schon lange selbst installiert). Mahara ist eine Open-Source-Software, also frei.

    Praktischerweise gibt es technisch die Möglichkeit mit einem Single-Sign-On gleichzeitig in der Lernplattform Moodle und in Mahara eingeloggt zu sein. Mahara ist ein Soziales Netzwerk, das viele Elemente von Facebook aufgreift, insbesondere das eigene Profil. Es ist sehr pädagoisch-didaktisch geprägt und bietet viele Möglichkeiten zum eigenen Weblog, Portfolio und Dateienmanagement. Es ist ideal. Während die strukturierte Lernplattform Moodle dem Lehrer/der Lehrerin „gehört“, so „gehört“ Mahara dem Schüler/der Schülerin. Die Kombination ist perfekt und manche nennen sie auch Mahoodle.

    Ich werde Mahara noch im Laufe des Schuljahres praktisch in meinem Unterricht einsetzen – ich bitte um ein wenig Geduld.

    Was ist der Haken? Scheinbar keiner, aber ich sehe auch schon das Problem: Mahara wird durch den Lehrer oder durch Schule eingeführt. Das werden die willigen, die strebsamen SuS annehmen. Aber viele andere nicht. Und gerade um diese SuS, den tendenziell „Faulen und Bequemen“ geht es mir in meinem Engagement in Facebook. Ich befürchte, diese auch nur gezwungen und nicht freiwillig mit Mahara zu erreichen.

    Wir werden die weitere Entwicklung sehen. Bis dahin gehe ich beide Richtungen nach: als „FB-Teacher“ (mit Bauchgrummeln) und als Early-Adopter mit Mahara.

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    25. September 2011
  10. Ich hör immer wieder, dass es Facebook um Werbung geht. Das ist noch korrekt. Auf Basis der Daten bei Facebook sind aber eine Reihe von weiteren Diensten denkbar – z.B. die Bewertung von Bonität und Gesundheitszuständen – hochinteressant für die Wirtschaft, losgelöst von den meiner Meinung nach völlig übertriebenen Warnungen: „Du bekommst keinen Job, wenn du Saufbilder auf Facebook veröffentlichst!“ oder: „Da wollen dir nur Männer an die Wäsche!“ – das sind Zerrbilder und vor Z.B. Schützenfesten müsste man dann viel drastischer warnen.

    Zwischenfazit:
    Die auf unseren Daten aufbauenden Dienste sind zurzeit nicht vorhersagbar. Werbung ist wahrscheinlich nur eine momentane Option.

    Soziale Netzwerke werden m.E. zum Gewinn, wenn man in der Lage ist, den eigenen Datenstrom auf ein bestimmtes Ziel hin zu optimieren, und sei es nur, dass der Gewinn darin besteht, rezipiert zu werden. In dieser Fähigkeit gibt es Unterschiede zwischen Erwachsenen und Jugendlichen.

    Viele Menschen sind schon da und nutzen. Ich bin wie Martin von Berufswegen dort (jedoch nicht mit Schutzbefohlenen verdatenquellt, äh, befreundet) – aus keinem anderen Grund.

    Ich kann mit dem Unwissen um mögliche, kommende Dienste dort keinen Spaß und keine Freude empfinden. Für die Rezeption meiner Inhalte spielt Facebook für Dritte keinerlei Rolle.

    Das geht den meisten Menschen anders. Daher verstehe ich, Martin, deinen Ansatz. Ich darf auch Schülerinnen und Schülern nicht meine Meinung zu Facebook aufzwingen, sondern muss diesen Teil ihrer Lebenswelt ernst nehmen.

    Prinzipbedingt werden schulische Plattformen, so sexy sie sein mögen, nie diesen Grad an Beliebtheit erreichen und das liegt weniger an der Technik, sondern an Schule selbst – aber das ist ein weites Feld. Selbst Harry Potter wäre ein blödes Buch, wenn man es nur in der Schule dekonstruktivistisch läse.

    Es ist der freiheitsliebende Staatsbürger in mir und nicht der Lehrer, der mich genau diese Schritt nicht gehen lässt. Ich versuche sehr stark auf meine Persönlichkeitsbildung zu setzen, wenn es z.B. um die Erkennung von Konflikten in meinen Lerngruppen geht. Das klappt mal mehr, mal weniger gut und es wäre tatsächlich via Facebook manches einfacher.

    Ich versuche, bestehende soziale Netzwerke in einer Klasse durch ein bisschen Technik zu unterstützen und zu entwickeln – allerdings in einem Schutzraum, der dem eines Klassenraums ähnelt – nicht auf einer DSDS-Bühne. Das ist mühsam, aber auch ein Investment.

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    21. Oktober 2011
    • Martin Kurz #

      Lieber Maik,

      du weißt, und dies betone ich gerne immer wieder, das ich deinen Positionen sehr nahe stehe. Höchstwahrscheinlich werde ich in Zukunft zu Lösungen wie du sie favorisierst greifen. Denn auch in mir tickt der freiheitsliebende Staatsbürger. Es hängt vieles davon ab, ob sich Facebook von der „bösen Datenkrake“ doch zu einem etwas „besseren“ Netzwerk entwickeln wird oder nicht. Ich gebe da Hoffnung nicht auf. Alle Entwicklungen in datenschutztechnisch negativen Zuständen werde ich nicht mitgehen.

      Dennoch möchte ich meine Erfahrung in und mit FB nicht missen. Ich wüsste nicht, wo ich solche Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit SuS in sozialen Netzwerken erwerben könnte.

      Es wird für mich technisch etwas kompliziert, denn ich muss langfristig planen. Konkret verspreche ich mir mit Mahara, http://mahara.org/ , einen neuen Weg zu gehen, aber dazu muss ich noch einige technische und zeitliche (!) Herausforderungen meistern. Mein Freund Thorsten Groß hat zu Mahara ein schönes Prezi veröffentlicht: http://prezi.com/d-g-394nc7rn/mahara-testinstanz/

      Dein Gedanke in deinem drittletzten Absatz (Prinzipbedingt …) ist ein sehr wichtiger und mir neu. Du hast da recht, dieses Prinzip ist zu beachten.

      Was ich dir, lieber Maik, hoch anrechne ist, dass du mich verstehst und deine Meinung deinen Schülern und deinem Umfeld nicht aufzwingst. Dadurch bist du authentisch und überzeugend. Du hast meinen ganzen Respekt.

      LG Martin

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      22. Oktober 2011

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